Archiv der Kategorie '...um über kunst zu diskutieren'

stayin alive

Die Göttinger Kampagne Here to stay kann einen ersten Erfolg vermelden: die vor einigen Monaten ausgesprochene Kündigung der Goßlerstr 21 wurde zurückgezogen. Dies ist das Ergebnis der zweiten Verhandlungsrunde zwischen den BewohnerInnen selbstverwalteter
Wohnprojekte und dem Studentenwerk, dem diese Häuser gehören.
Begleitet wurden die Verhandlungen von einem massiven Polizeiaufgebot in der Göttinger Innenstadt.

Ob sich Team Green durch zahlreiche radikale Parolen zum Erscheinen veranlasst sah, bleibt offen.

ist das noch feminismus?

Spontanes Shopping beim famosen Verbrecher-Verlag.
Dabei bin ich erneut auf Gisela Elsners Roman „Die Zähmung“ gestoßen.
Vor einigen Jahren hatte Jörg Sundermeier bei den Linken Buchtagen in Berlin anlässlich der Wiederveröffentlichung einige Kapitel des Romans vorgestellt. Kaufte mir anschließend das Buch und zähle es seither zu den eindrucksvollsten Romanen, die ich kenne.

“Die Zähmung” ortet im Rollentausch weder ein subversives Potenzial, noch hat Elsner eine Geschlechterposse fabriziert. Was bleibt ist einzig Unbehagen. Dass in der Vergangenheit weder Frauenbewegung noch literaturwissenschaftliche Genderforschung die Schriftstellerin entdeckten, verwundert erst einmal. Doch angesichts des damaligen Wunsches nach erbaulich-authentischen Bildern ist es (dann doch) einsichtig. Elsner aber (zer)stört dieses Bedürfnis. Wäre es um die Zähmung einer Frau gegangen, hätte es sich also um ein Identifikationsangebot gehandelt, “das der Leser schon auf der ersten Seite anzunehmen gezwungen gewesen wäre”, schreibt Tjark Kunstreich im Nachwort zur im Berliner Verbrecher Verlag erschienenen Neuauflage. Dagegen verstößt der Roman nach allen Regeln Elsners Kunst. Denn der Schriftstellerin ging es mitnichten darum, Beziehungsalternativen zu dieser Gesellschaft zu konstruieren.
Jutta Sommerbauerl / Context XXI

Ebenfalls im Verbrecher Verlag erschienen: Claudia Reinhardts „No place like home“ über das Aufwachsen in einer deutschen Kleinstadt.

Auf Reinhardts Homepage finden sich zudem einige Fotographien aus ihrem Buch „Killing Me Softly – Todesarten“, in dem sie die Suizide bekannter Schriftstellerinnen und Künstlerinnen re-inszeniert.

Ingeborg Bachman
1926-1973
österreichische Schriftstellerin, verbrannte in ihrem Bett, weil sie mit glühender Zigarette einschlief. Es ist bis heute nicht geklärt, ob es Selbstmord war oder ein tragischer Unfall.