Archiv der Kategorie 'Lindenstrasse'

Folge 1126: „Suppe“

Schon seit längerem kursiert ein Gerücht, demzufolge Klausi ein Trottel sei. Sein Verhalten in den letzten Wochen hat das nachhaltig bestätigt. Wir erinnern uns: Klausi hat eine Affäre mit Nastya (nur Mutter Beimer weiß zunächst davon). Nastya ist schwanger. Nina erfährt davon, verziert Nastyas Haustür mit dem plakativen Schriftzug „Hure“ und zerstört in Klausis Anwesenheit eine ordentliche Menge Geschirr.
Klausi reagiert auf die Geschehnisse um ihn herum mit einer scheußlichen Mischung aus Larmoyanz, Unbeholfenheit und Selbstviktimisierung. Seine Scheu, Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen, ermöglicht es selbst dem nachsichtigen Betrachter kaum, die nötige Empathie für ein wenig Mitleid aufzubringen. Klausi ist demonstrativ überfordert, leidet, aber: er ist ein egozentrischer Mistkerl.
Das heillose emotionale Chaos, das die vergangenen Folgen bestimmte, verdichtete sich in zwei Begegnungen, in denen das Zubereiten einer Mahlzeit dem Werben um Zuneigung gleichkommt:
1 Klausi kocht für Nina. Bekanntlich geht Liebe durch den Magen, vielleicht verhält es sich mit der Versöhnung gleichermaßen.
Klausis Liebste verschmäht indes die liebevoll dargebotene Speise, zieht den Pizzaservice vor. Klausi, fassungslos: „Aber Nina, ich habe doch für dich , für uns gekocht!“ Reichlich undankbar, diese Nina.

2 Nastya, schwanger und aufgrund ihrer aufgeflogenen Scheinehe von Abschiebung bedroht, klingelt bei Klaus und möchte für ihn kochen. „Du kannst doch jetzt nicht einfach kommen und Suppe kochen!“ Anschließend wagt Klaus die These, alles sei doch letztlich ihre, Natyas, Schuld. Ihm kam es eher ungelegen, dass Nastya einfach so schwanger wird. Wäre doch stressfrei gewesen, mit Nina eine glückliche Ehe zu führen und, so zur Abwechselung, eine Affäre mit ihrer besten Freundin zu haben.

So moralisierend das klingt für jene, die als Linke Beziehungen jenseits der Pärchen-Monogamie zu pflegen führen; d´accord, aber diese Standards gelten wahrlich nicht im Kosmos der Lindenstrasse, der Welt aufrichtiger Kleinbürgerlichkeit. Für Nina ist Treue unerlässlich und Klausi hat sie aufs Bitterste enttäuscht. Zudem ist sein Verhalten gegenüber Nastya unter aller Kritik.

Darüber hinaus bot die aktuelle Folge eine alberne, aber ausgesprochen unterhaltsame, turbulente Episode mit Marcella, Julian und Momo. Ein wildes Drama um Männlichkeit, Kastrationsphantasien und dem Werben um die Gunst einer schönen Frau, garniert mit charmant prolligen Sprüchen (Olli: „Das Chilli reicht vielleicht für 15 Kilo Reis, aber nicht für 90 Kilo Olli
Klatt!“) und reaktionären Beleidigungen ( Julian: „Jetzt kommt der Flohbus ab, Rastaman!“). Und all das in einem Münchener Eiscafé.

Folge 1109 „Botengänge“

Während in seiner Familie euphorisch Hochzeitspläne geschmiedet werden, lässt sich Murat zur Finanzierung der kostspieligen Feier auf einen heiklen Deal ein: er soll Botengänge für den zwielichtigen Tschekov (offizieller Beruf: Besitzer einer Table Dance Bar, nebenbei
Gangsterboss) übernehmen. Murat will eigentlich ein gesetzestreues Leben führen, aber die familiäre Erwartungshaltung, eine pompöse Hochzeitsfeier auszurichten, lässt ihn schließlich gegenüber Tschekov einwilligen. Sein erster Botengang führt Murat mit einem Beutel voller Schmuck zu einem ziemlich durchgeknallten Juwelier, der ihn mit einem Revolver bedroht, aus Sorge, übers Ohr gehauen zu werden.
Indes verschärft sich die Auseinandersetzung zwischen Lisa und Alex, dem leiblichen Vater ihres Sohnes Paul. Alex ist nach seiner schweren Depression bestrebt, sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen und will auch wieder mehr Verantwortung für den kleinen Paul übernehmen. Doch Lisa verhöhnt Alex lediglich: „Ich gebe mein Kind doch keinem Loser!“
Abends besteht sie gegenüber Murat darauf, dass Alex´Einfluss dem Jungen schade und dass sie einen Weg finden müssen, Paul Alex zu entziehen.

Olaf Kling ist weiterhin optimistisch bezüglich seiner Zeugungsfähigkeit. Schließlich kann die moderne Medizin nicht einfach die Qualität seines Spermas in Frage stellen, er ist doch ein gestandenes Mannsbild, ein echter Prachtkerl. Derweil erhält seine Frau Ines von Julian die erhoffte Einwilligung, mit ihr zu schlafen, um statt Olaf mit ihr ein Kind zu zeugen. Sie verlässt augenblicklich das Café Bayer und trifft sich mit Julian in einem schäbigen Stundenhotel. Nachdem sie miteinander geschlafen haben, besucht Julian siegessicher Marcella. Er habe die Wette gewonnen, sagt er grinsend zu ihr. Doch Marcella lacht ihn aus und meint, es sei bei der Wette um seine vermeintliche Verführungskunst gegangen, Julian habe Ines lediglich einen Gefallen getan, es sei ein „abartiger Freundschaftsdienst“. Daher sieht sich Marcella nicht an die Wette gebunden.

Seitdem die nahe gelegene Bankfiliale geschlossen hat, muss Rosi sich nun auf ihre alten Tage noch mit den Geldautomaten auseinandersetzen. Dazu hat sie allerdings gar keine Lust. Lieber gibt sie Mary ihre EC-Karte und Geheimnummer, damit die ihr die gewünschte Summe Bargeld ziehen kann. Im Gegenzug bietet sie an, der kleine Nikos könne sie heute zum Spieleabend bei Gabi begleiten, während Mary arbeiten muss.
Als Olli Klatt sich für die Nachtschicht den Taxischlüssel bei Andy abholt, wühlt er Rosis Handtasche im Hausflur durch. Darin findet er deren Bankkarte und die passende Geheimnummer gleich dazu.
Mit dem Vorwand, er habe sein Handy vergessen, taucht Olli später noch einmal bei Gabi und Andy auf. Als die Luft rein ist, will er schnell Rosis Bankkarte und den Zettel mit der Geheimnummer zurück in ihre Handtasche stecken. In diesem Moment steht der kleine Nikos in der Tür. „Das ist Tante Rosis Tasche. Du warst an ihrem Portemonnaie!“, hat er ganz genau beobachtet. Mit düsterer Mine greift sich Olli den zitternden Jungen.
„Wenn du irgendjemandem davon erzählst, dann kill’ ich deine Mutter!“, droht Olli dem völlig verängstigten Nikos…

Folge 1106: Dimitri

Murats Eltern drängen ihn, endlich Lisa zu heiraten. Es wird Zeit, schließlich sind sie über einem Jahr zusammen und Lisa wurde von ihren prospektiven Schwiegereltern längst ins Herz geschlossen. Lisa, nach ihrer Konversion zum Islam bemüht, 100% Muslima zu sein und damit Murats Nerven gehörig strapazierend, ist augenblicklich begeistert und legt mit Murats Eltern den Hochzeitstermin fest- obwohl Murat nicht über die finanziellen Mittel für eine große Feier nach türkischer Tradition mit zahlreichen Gästen verfügt.

Als Irina von ihrer Mutter beim Kiffen erwischt wurde, reagierte Urszula, als sei ihre Tochter heroinabhängig. Seitdem erhält Irina keinerlei Taschengeld und wird von Urszula einer strikten Kontrolle unterzogen. Doch dann wird Irina dabei erwischt, als sie auf dem Schulhof einige Gramm Marihuana erwirbt.

Der Schulleiter argumentiert gegenüber Irinas Eltern, es handele sich um eine weit über den Eigenbedarf hinausgehende Menge und betrachtet Irina somit als Dealerin. Von einem Schulverweis wird dank Urszlas couragiertem Einsatz für ihre Tochter gerade noch einmal abgesehen.
Nach dem sorgenbeladenen Tag überrascht Christian Urszula mit dem Angebot, gemeinsam ein Jahr nach Neuseeland zu gehen.

Klaus ist sich sicher: er liebt Nina und möchte weiter mit ihr zusammenbleiben. Daher bitte er Helga, seiner Frau Nastyas Schwangerschaft zu verschweigen. Helga, ihrem Klausi gegenüber inzwischen versöhnlicher gestimmt, willigt ein und bietet ihrem Sohn an, sich auch um Nastyas Kind zu kümmern. Schließlich sei es ja ihr Enkel.

Helga setzt Nastya unter Druck, Nina auf keinen Fall die Wahrheit über sie und Klaus zu sagen. Als Nina überraschend auftaucht, offenbart Nastya ihre Schwangerschaft. Als Vater gibt sie ihren ehemaligen Arbeitskollegen Dimitri an, mit dem sie angeblich eine Affäre hatte. „Er hat von dem Kind gehört und ist weg“, stellt sie klar.
„Sie war verliebt und er hat sie nur ausgenutzt!“, erzählt Nina dem zerknirschten Klaus später mitfühlend.

Was hat Nastya bewogen , Nina zu belügen? Ihr Wunsch, Klaus, den sie liebt, nicht ins Unglück zu stürzen? Der Druck von Helga?
Wird Klaus trotz seines schlechten Gewissens, sowohl gegenüber Nina als auch gegenüber Nastya, die Situation nach Helgas Vorstellungen überstehen?

Es bleibt spannend. Bis zum nächsten Sonntag.
In München. Um 18 Uhr 50.

Folge 1105: „Senf“

Robertos Beerdigung: Jack schnauzt den Pfaffen an und unterbricht seine Trauerrede: „Ich hasse Gott dafür, dass er ihn umgebracht hat! Ihr seid alle zum Kotzen.“ Später, beim Leichenschmaus im „Café Bayer“ verteidigt Robertos Mutter, Sabrina Buchstab, Jack: „Ich wünschte, ich hätte diesen Mut gehabt“. Niemand habe das Recht, sie deswegen zu verurteilen.

Julian ist bei Ines eingeladen und will sie verführen, um seine Wette mit Marcella endlich zu gewinnen. Ines´Gatte Olaf ist an diesem Abend nicht zuhause. Doch auch dieses Mal bleibt Julian der Erfolg versagt, frustriert zieht er von dannen. „Diese Frau ist so verdammt asexuell!“ flucht er.

In letzter Zeit muss Nastya sich auffallend häufig übergeben. Helga ahnt schon, was los ist. Sie veranlasst Nastya, einen Schwangerschaftstest zu machen.

Nastya ist tatsächlich schwanger. Entsetzt zitiert Helga sofort ihren Klausi herbei. Als Klaus eintrifft, wird er augenblicklich von seiner Mutter geohrfeigt. Nastya und Klaus fliehen vor der aufgebrachten Helga.
Nastya verkündet Klaus, dass das Kind haben will, eine Abtreibung kommt für sie nicht in Frage. „Du musst es Nina sagen!“ fordert sie.

Wird Klaus tatsächlich Nina die Wahrheit gestehen und damit seiner
Ehe ein Ende setzen?
Ist Helga dem Herzinfarkt wieder ein Stück näher gekommen?
Wird Hans Verständnis für seinen Sohn aufbringen, da er selbst vor über 15 Jahren Helga betrogen hat?
Fragen über Fragen, die Antworten folgen am Sonntag, ab 18h50.

Rest in peace, Rorberto!

Roberto ist tot.
Nein , die Rede ist weder von dem Fußballstar Roberto Carlos („was soll dann aus Brasilien werden?!?“) noch von der Stimmungskanone Roberto Blanco („was soll dann aus Deutschland werden?!?“).
Roberto Buchstab aus der Lindenstrasse ist am Sonntag gegen 19h15 verstorben.
Der 23jährige Bankkaufmann Roberto Buchstab war der Sohn von Sabrina, der italienischen Besitzerin des Feinkostladens „alimentari“. Im Restaurant Akropolis lernte er die toughe und schlagfertige Jack kennen: es war Liebe auf den ersten Blick.

Am Morgen des 11. Januar 2007 stürzte Roberto mit seinem Motorrad auf der Lindenstraße. Er erlitt einen Riss in der Leber, musste sich mehreren Operationen unterziehen und erlag am 25. Januar 2007 seinen Verletzungen.


Roberto Buchstab
Folge 1077 – 1104

Nach dem Abspann versanken in unserem Wohnzimmer fünf meiner MitbewohnerInnen in entsetztes, fassungsloses Schweigen – pietätslose Bemerkungen wie „Sowas könnte mir nicht pasieren, meine Leber ist trainiert“ ignorierend.
Der Vorschlag, unseren WG-Talk aufgrund eines unerwarteten Todesfalls abzusagen, stieß bei bekennenden Nicht-Lindenstrasse-Schauern auf wenig Verständnis.