Archiv der Kategorie 'Kleinstadt'

home is where your heart is

angesichts der sommerlichen Trägheit nur ein kurze Empfehlung für das Wochenende

outdoor floor: blank johnson the 1st aka froods | dj sonniponni | de_cay
elctric basement: swingkid (hh – wasted rote youth) | dnl (b – asilektro/mutant house) | toni_torpedo (gö – ifts/unterschichtenelektro)
live the blue screen of death

Die fröhliche Wissenschaft

Entwarnung- Prof. Dr. Arnd Krüger, als Sporthistoriker an der Uni Göttingen für Antisemitismus und Verschwörungstheorie zustaendig, hat keineswegs „gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen“.
Die vom Präsidium eingesetzte universitäre Ombudskommission konstatiert, dass „sich der Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten als haltlos erwiesen hat“. Demzufolge darf Krügers These, die 1972 in München ermordeten israelischen Sportler seien freiwillig in den Tod gegangen, um die “Grundlage für die Verlängerung der Schuld Deutschlands gegenüber Israel” zu sichern, als solide wissenschaftliche Praxis gelten.

Den Kritikern Krügers, die wie Ilan Mor von der israelischen Botschaft von einer „Form des neu aufflackernden Antisemitismus in Deutschland, verpackt als Israel- Kritik“ sprechen, wird entgegnet: „Ein wissenschaftlich zulässiger Weg der Thesenbildung wird nicht durch eine wie immer geartete Missliebigkeit des gefundenen Ergebnisses desavouiert“.
Abschliessend verspricht der Präsident der Universität, Prof. Dr. Kurt von Figura, der „stolz auf die langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit mit israelischen Forschern und Universitäten“ ist, dass man auch in Zukunft „klare Zeichen gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus setzen“ werde.

Aus dem Taz-Interview mit dem mad professor


Sie haben dort gesagt, die Sportler, die im Olympiadorf wohnten, seien Geheimdienstmitarbeiter gewesen.

Habe ich das gesagt?
Ja, ich zitiere: „Von den männlichen Mitgliedern des israelischen Teams waren nur Geheimdienstler, Reserveoffiziere und Freiwillige da. Außer der Ringer Moshe Weinberg.“
Ich muss sagen: Dafür habe ich keinen Beleg.
Warum wollen Sie an dem Thema dran bleiben?
Ich habe eins auf die Nase bekommen. Nicht wegen der These, sondern wegen ihrer Begründung. Die These, dass es vorab eine Warnung gab, die das Verhalten der Sportler beeinflusst hat, halte ich für tragfähig. Nur kann ich die so nicht veröffentlichen.

Uni Göttingen- Exzellent in Antisemitismus

Dem Antisemiten ist keine Verschwörungstheorie zu grotesk, nahezu jedes historische Ereignis lässt sich mit dem Verweis auf finstere jüdische Machenschaften erklären. Der Antizionismus als geopolitische Reproduktion des Antisemitismus (Grigat) verweist auf Israel als Drahtzieher weltumspannender Komplotte und den Mossad als im Verborgenen wirkende Kraft.
Besonders reizvoll wird es für den Antisemiten darzulegen, warum auch jüdische Opfer letztlich auf zionistische Machenschaften zurückzuführen seien- beispielsweise in der Wahnvorstellung, die Shoa sei als deutsch- zionistische Tat zu verstehen.
Nun hat sich der Göttinger Sporthistoriker Arnd Krüger an die Aufgabe gemacht, die Hintergründe des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft 1972 zu erhellen und stiess dabei auf die Blutspur des Mossad.
Der israelische Geheimdienst informierte die Sportler über den geplanten Angriff palästinensischer Terroristen, die elf Israelis starben, so Professor Krüger, um der israelischen Sache zu dienen.
Ein Einblick in die Wahnwelt des Göttinger Sporthistorikers findet sich im Deutschlandfunk

via MoG

Casino- Kapitalismus


Was der Frankfurter Bourgeoisie der Opernball, das ist der Göttinger Linken der glamouröse Casino-Abend. Alljährlich kleiden sich Linksradikale nach der Mode der herrschenden Klasse und frönen dem Glücksspiel, erfreuen sich luxuriöser Pracht.
Am vergangenen Wochenende regte sich erstmals Widerstand gegen das dekadente Spektakel.

Zur Dokumentation: Flugblatt einiger Autonomer

AUCH DIE FETTEN SCHWEINE HOLT DER METZGER

Am 08.12. trifft sich mal wieder die selbsternannte Elite der linken Szene Göttingens zum sogenannten “Casino-Abend”. Im Klartext heisst das: hinter verschlossenen Türen und in edlem Ambiente mästen die Bonzenschweine ihre fetten Wänste mit teuren Cocktails, tanzen ausgelassen um das goldene Kalb des Luxus und verspielen ganz nebenbei Beträge, von denen das gemeine Volk nicht zu träumen wagt. Man braucht wohl kaum zu erwähnen, dass die meisten der dort versammelten Geldsäcke noch nie in ihrem Leben ernsthaft gearbeitet oder gar in die Sozialkassen eingezahlt haben. Im Gegenteil: zum größten Teil handelt es sich bei den feiernden Schmarotzern um “Studenten” also um die angehende Führungselite des Monopolkapitals und des protofaschistischen Staats.
Wir lassen uns nicht länger verarschen! Wir werden uns wehren und die Elite von ihrem goldenen Thron stürzen!
Schlagt die Bonzen wo ihr sie trefft!
“CASINO-ABEND” VERHINDERN!!! Mit allen nötigen Mitteln!

Videomitschnitt der Kundgebung

MoG: Angst und Schrecken beim Casinoabend im Kabale

Vorträge im Dorf

Tobias Ebbrecht, Mitherausgeber des beim Ventil Verlag erscheinenden Sammelbandes „Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur“ und gelegentlicher Autor der Phase 2 referiert am Donnerstag um 20h im Göttinger Lumiere über „Stauffenberg im Film“.
Wer eher links-nostalgisch gestimmt ist, der kommt zur selben Uhrzeit ein Stockwerk tiefer auf seine Kosten: in der Reihe „Opa erzählt von früher“ setzt sich das ehemalige RAF- Mitglied Karl-Heinz Dellwo mit „sozialer Bewegung und bewaffnetem Kampf“ auseinander. (Fairerweise sei zugestanden, dass Dellwo angesichts der unsäglichen Postionen ehemaliger Mitglieder der Stadtguerilla und ihrer weitgehenden Unfähigkeit zur Reflexion eine Ausnahme darstellt, wie seinem jüngsten Interview in der Jungle World zu entnehmen ist.)
Am Freitag widmet sich Andrea Truman, Autorin des erhellenden Buchs „Frauenbewegung und weibliche Subjektkonstitution im Spätkapitalismus“, auf Einladung der redical [m] der Frage, ob es sich bei dem Feminismus um ein Reformprojekt des Kapitalismus oder [eine] Bewegung für Selbstbestimmung und Emanzipation“ handele.

stayin alive

Die Göttinger Kampagne Here to stay kann einen ersten Erfolg vermelden: die vor einigen Monaten ausgesprochene Kündigung der Goßlerstr 21 wurde zurückgezogen. Dies ist das Ergebnis der zweiten Verhandlungsrunde zwischen den BewohnerInnen selbstverwalteter
Wohnprojekte und dem Studentenwerk, dem diese Häuser gehören.
Begleitet wurden die Verhandlungen von einem massiven Polizeiaufgebot in der Göttinger Innenstadt.

Ob sich Team Green durch zahlreiche radikale Parolen zum Erscheinen veranlasst sah, bleibt offen.

Fetisch und Freiheit – Über die Bedingungen der Emanzipation

Auf Einladung des [a:ka] stellt Stefan Grigat am Montag sein neues Buch in Göttingen vor:

Freiheit im kommunistischen Sinne wäre die Freiheit der Menschen von Herrschaft und Ausbeutung; ihre Befreiung von Staat und Kapital. Mit seiner Forderung, alle Verhältnisse umzuwerfen, unter denen der Mensch ein erniedrigtes und geknechtetes Wesen ist, setzte Karl Marx diese Form der Freiheit vor über 150 Jahren auf die politische Tagesordnung – bis heute aber dauert die Herrschaft an; ihre Abschaffung ist von der Tagesordnung bis auf weiteres gestrichen.
Das Ergebnis ist eine paradoxe Welt: Obwohl alle Voraussetzungen vorhanden sind, die Gesellschaft nach den Maßgaben der Vernunft einzurichten, obwohl Hunger, Armut und Krieg lange der Vergangenheit angehören könnten, verharrt die Menschheit im kapitalistischen Status Quo und akzeptiert lieber Elend und Tod als ihre Selbstbefreiung überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Wider alle Evidenz erscheint den Menschen das Bestehende als das Bestmögliche, und der Gedanke, es könne auch ein Welt jenseits dieses Bestehenden geben, ist ihnen fremd geworden.
Warum aber ist das Mögliche, eine Welt ohne Herrschaft und Ausbeutung, ohne Nation und Religion, niemals wirklich geworden? Warum ist die Emanzipation gescheitert?
Der Publizist Stefan Grigat vom Café Critique aus Wien sucht die Gründe in dem falschen Schein, den der Kapitalismus fortwährend von sich selbst produziert – jene „Mystifikationen“, die Marx in seiner Fetischkritik analysiert. Das fetischisierte Bewusstsein kann die Gesellschaft nicht als den Zusammenhang von Menschen erkennen, den sie trotz allem darstellt, sondern sieht in ihr einen Zusammenhang von Sachen, dem die Menschen letztlich ausgeliefert seien. An die Stelle des Willens zur Emanzipation tritt der Antisemitismus; der Hass auf das vermeintliche Glück der Anderen ersetzt das Streben nach dem eigenen Glück.
Stefan Grigat geht in seinem Vortrag der Frage nach, wie diese Verkehrungen jeden Versuch einer umfassenden Emanzipation letztlich vereitelt haben. Die Kritik des (Waren- und Kapital-) Fetischs analysiert er dabei als notwendige Bedingung für die Befreiung; als Voraussetzung, ohne die Freiheit nicht zu haben ist. Die weitergehende Frage, ob die Emanzipation der Gattung von Herrschaft und Ausbeutung überhaupt noch wirklich werden kann, vermag die theoretische Kritik freilich nicht zu beantworten. Darüber kann nur gesellschaftliche Praxis Auskunft geben.


Stephan Grigat: Fetisch und Freiheit
Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus

396 Seiten, 22 Euro, erschienen bei ça ira

Terrortuch

Parole an einer Wand in der Göttinger Fußgängerzone:

Das Palituch als Symbol der Antimoderne entlarven-

Tausch dein Tuch gegen ein Buch

Antirassistisch gegen Israel

The Voice Forum Göttingen berichtet von der Durchsuchung, die sich „einer der führenden Aktivisten des The VOICE Refugee Forums Deutschland“ in Israel gefallen lassen musste.
Mehr antisemitische Topoi passen in keine Presseerklärung:

Wir, das The Voice Flüchtlings Forum verurteilen auf schärfste die rassistische und faschistische Behandlung unseres Mitglieds und führenden Aktivisten. Die schreckliches Behandlung die Herrn Yufanyi widerfuhr und die Erfahrung die er uns über die Fehlbehandlung und Abschiednung anderer AfrikanerInnen und Migranten in Israel/Palästina berichtete, sind inakzeptabel. Israel, ein Land, das aus den Folgen von Rassismus durch die europäische Verfolgung der Juden und Jüdinnen am meisten gelernt haben müsste tut nichts als dies an anderen zu wiederholen.
(Orthographie und Interpunktion wie im Original)

Und da rassistische Diskriminierung offensichtlich keine Ausnahme, sondern in der Konstitution des Judenstaates begründet ist, fordern die Göttinger Antiras mutig wie Möllemann „die Abschaffung der israelischen Apartheid gegen die PalästinenserInnen und ein Ende der Besatzung Palästina durch Israel“.
via [1], [2], [3]

encore une fois

da dem Verfasser dieser Zeilen gegenwärtig nicht nach Schreiben zumute ist: erneut ein Foto zum Geburtstag meiner Göttinger Lieblingsadresse