Archiv der Kategorie 'je näher man hinschaut,desto fremder schaut es zurück'

Kultur und Barbarei

In einem offenen Brief „von Kulturschaffenden in Deutschland“ wird an die Regierung appelliert, doch endlich mal Druck auf Israel auszuüben, damit die Blockade Gazas gänzlich aufgehoben werde. Mit der Tatsache, dass dieser Schritt naturgemäß Raktennachschub für die Hamas hieße, befassen sich die Autoren so wenig wie mit der Herrschaft der Islamisten oder dem Beschuss Israels. Die israelische Opfer sind denn auch keine Zeile wert.
Zu den Unterzeichnern zählt neben dem Schlagerfuzzi der Linkspartei, Dieter Dehm, auch die Schrifstellerin Olga Grasjenowa und Elias Davidsson, der jüngst mit Antisemiten zu Ahmadinejad pilgerte und ansonsten der Wahrheit über 9/11 auf der Spur ist.
Wenn „schwerste Kriegsverbrechen“ im „größten Freiluftgefängnis der Welt“ verübt werden, dann dürfen „Kulturschaffende in Deutschland dazu nicht schweigen“.
Moralische Niedertracht und intellektuelle Erbärmlichkeit müssen hierzulande wohl in genau diesem Jargon zu Papier gebracht werden

Ostzonale street gangs

An Halloween wird es gruselig in der beschaulichen Universitätsstadt an der Leine: Zombie-Autonome planen eine abendliche Zusammenkunft. Diskutiert wird über das zunächst durchaus honorige Anliegen, “Naziläden zu schließen“.
Es referiert allerdings eine Vereinigung, die mit mehr Militanz gegen “Antideutsche“ vorgeht als gegen Thor Steinar- Shops, das Antiimp Racket mit dem aparten Namen “zusammen kämpfen“, eine Fusion der linksvölkischen Gruppierungen AAM und GIS aus Magdeburg.
Deren Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, auf allen Eben, mit allen Mitteln antideutsche Bestrebungen in ihrem Homekiez zu unterbinden, auf dass Magdeburg “internationalistisch bleiben“ möge und gehen daher mit bewaffneten Überfaellen gegen Linke vor .
Wer erfahren möchte, welch tristes Klima eine derartige Querfront in Wort und Tat ermöglicht, dem sei der Beitrag “Magdeburg – Napoli “ aus Bahamas 53/2007 empfohlen.
Wer sich zudem dafür interessiert, wie man “das ewig braune Kacknest Magdeburg“ (Phase Zwei) gegen Antideutsche und Nazis verteidigt, dem sei der Vortrag “Ladenschluss“ in Göttingen nahe gelegt.

*update* Kundgebung
Freitag, den 31.10. – 19Uhr – Platz der Synagoge
„Kein Friede dem linken Antisemitismus“

Die fröhliche Wissenschaft

Entwarnung- Prof. Dr. Arnd Krüger, als Sporthistoriker an der Uni Göttingen für Antisemitismus und Verschwörungstheorie zustaendig, hat keineswegs „gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen“.
Die vom Präsidium eingesetzte universitäre Ombudskommission konstatiert, dass „sich der Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten als haltlos erwiesen hat“. Demzufolge darf Krügers These, die 1972 in München ermordeten israelischen Sportler seien freiwillig in den Tod gegangen, um die “Grundlage für die Verlängerung der Schuld Deutschlands gegenüber Israel” zu sichern, als solide wissenschaftliche Praxis gelten.

Den Kritikern Krügers, die wie Ilan Mor von der israelischen Botschaft von einer „Form des neu aufflackernden Antisemitismus in Deutschland, verpackt als Israel- Kritik“ sprechen, wird entgegnet: „Ein wissenschaftlich zulässiger Weg der Thesenbildung wird nicht durch eine wie immer geartete Missliebigkeit des gefundenen Ergebnisses desavouiert“.
Abschliessend verspricht der Präsident der Universität, Prof. Dr. Kurt von Figura, der „stolz auf die langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit mit israelischen Forschern und Universitäten“ ist, dass man auch in Zukunft „klare Zeichen gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus setzen“ werde.

Aus dem Taz-Interview mit dem mad professor


Sie haben dort gesagt, die Sportler, die im Olympiadorf wohnten, seien Geheimdienstmitarbeiter gewesen.

Habe ich das gesagt?
Ja, ich zitiere: „Von den männlichen Mitgliedern des israelischen Teams waren nur Geheimdienstler, Reserveoffiziere und Freiwillige da. Außer der Ringer Moshe Weinberg.“
Ich muss sagen: Dafür habe ich keinen Beleg.
Warum wollen Sie an dem Thema dran bleiben?
Ich habe eins auf die Nase bekommen. Nicht wegen der These, sondern wegen ihrer Begründung. Die These, dass es vorab eine Warnung gab, die das Verhalten der Sportler beeinflusst hat, halte ich für tragfähig. Nur kann ich die so nicht veröffentlichen.

Uni Göttingen- Exzellent in Antisemitismus

Dem Antisemiten ist keine Verschwörungstheorie zu grotesk, nahezu jedes historische Ereignis lässt sich mit dem Verweis auf finstere jüdische Machenschaften erklären. Der Antizionismus als geopolitische Reproduktion des Antisemitismus (Grigat) verweist auf Israel als Drahtzieher weltumspannender Komplotte und den Mossad als im Verborgenen wirkende Kraft.
Besonders reizvoll wird es für den Antisemiten darzulegen, warum auch jüdische Opfer letztlich auf zionistische Machenschaften zurückzuführen seien- beispielsweise in der Wahnvorstellung, die Shoa sei als deutsch- zionistische Tat zu verstehen.
Nun hat sich der Göttinger Sporthistoriker Arnd Krüger an die Aufgabe gemacht, die Hintergründe des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft 1972 zu erhellen und stiess dabei auf die Blutspur des Mossad.
Der israelische Geheimdienst informierte die Sportler über den geplanten Angriff palästinensischer Terroristen, die elf Israelis starben, so Professor Krüger, um der israelischen Sache zu dienen.
Ein Einblick in die Wahnwelt des Göttinger Sporthistorikers findet sich im Deutschlandfunk

via MoG

Casino- Kapitalismus


Was der Frankfurter Bourgeoisie der Opernball, das ist der Göttinger Linken der glamouröse Casino-Abend. Alljährlich kleiden sich Linksradikale nach der Mode der herrschenden Klasse und frönen dem Glücksspiel, erfreuen sich luxuriöser Pracht.
Am vergangenen Wochenende regte sich erstmals Widerstand gegen das dekadente Spektakel.

Zur Dokumentation: Flugblatt einiger Autonomer

AUCH DIE FETTEN SCHWEINE HOLT DER METZGER

Am 08.12. trifft sich mal wieder die selbsternannte Elite der linken Szene Göttingens zum sogenannten “Casino-Abend”. Im Klartext heisst das: hinter verschlossenen Türen und in edlem Ambiente mästen die Bonzenschweine ihre fetten Wänste mit teuren Cocktails, tanzen ausgelassen um das goldene Kalb des Luxus und verspielen ganz nebenbei Beträge, von denen das gemeine Volk nicht zu träumen wagt. Man braucht wohl kaum zu erwähnen, dass die meisten der dort versammelten Geldsäcke noch nie in ihrem Leben ernsthaft gearbeitet oder gar in die Sozialkassen eingezahlt haben. Im Gegenteil: zum größten Teil handelt es sich bei den feiernden Schmarotzern um “Studenten” also um die angehende Führungselite des Monopolkapitals und des protofaschistischen Staats.
Wir lassen uns nicht länger verarschen! Wir werden uns wehren und die Elite von ihrem goldenen Thron stürzen!
Schlagt die Bonzen wo ihr sie trefft!
“CASINO-ABEND” VERHINDERN!!! Mit allen nötigen Mitteln!

Videomitschnitt der Kundgebung

MoG: Angst und Schrecken beim Casinoabend im Kabale

Antirassistisch gegen Israel

The Voice Forum Göttingen berichtet von der Durchsuchung, die sich „einer der führenden Aktivisten des The VOICE Refugee Forums Deutschland“ in Israel gefallen lassen musste.
Mehr antisemitische Topoi passen in keine Presseerklärung:

Wir, das The Voice Flüchtlings Forum verurteilen auf schärfste die rassistische und faschistische Behandlung unseres Mitglieds und führenden Aktivisten. Die schreckliches Behandlung die Herrn Yufanyi widerfuhr und die Erfahrung die er uns über die Fehlbehandlung und Abschiednung anderer AfrikanerInnen und Migranten in Israel/Palästina berichtete, sind inakzeptabel. Israel, ein Land, das aus den Folgen von Rassismus durch die europäische Verfolgung der Juden und Jüdinnen am meisten gelernt haben müsste tut nichts als dies an anderen zu wiederholen.
(Orthographie und Interpunktion wie im Original)

Und da rassistische Diskriminierung offensichtlich keine Ausnahme, sondern in der Konstitution des Judenstaates begründet ist, fordern die Göttinger Antiras mutig wie Möllemann „die Abschaffung der israelischen Apartheid gegen die PalästinenserInnen und ein Ende der Besatzung Palästina durch Israel“.
via [1], [2], [3]

Jetzt auch in Göttingen: „die Brechung der Zinsknechtschaft“

„Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld heckendes Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst.“
MEW 25: 405

Paranoid ist zumeist das Weltbild des Kleinbürgers, autoritär seine Gesinnung. Fortwährend bedroht scheint das idyllische Leben, die Heimat, das Vaterland. Der Gefahren gibt es zuhauf und allerorten. Da gilt es, das Heft in die Hand zu nehmen, die Dinge nicht einfach ihren Lauf nehmen lassen. Stattdessen sich mit anderen zusammen tun, denn allein machen sie dich ein.
Ist der deutsche Kleinbürger ein rechter Deutscher, so fürchtet er beispielsweise die „kulturelle Amerikanisierung“ und engagiert sich im „Verein Deutsche Sprache“ . Alternativ kann er auch Unterschriften gegen ein Asylbewerberheim sammeln oder, darauf kommts nicht an, gegen den nächstbesten Moscheebau.
Ist der autoritäre Charakter eher links gestimmt, so fürchtet er insbesondere die von Vizekanzler Müntefering heraufbeschworen Heuschrecken, welche bekanntlich deutsche Arbeitsplätze vernichten. Oder er geht mit Lafontaines Linkspartei auf die Suche nach der nationalen Antwort auf die soziale Frage. Dennoch: Wahlen allein ändern nichts, man muss sich selbst zur Wehr setzen gegen allerlei neoliberale Unbill.
Wer von Wertvergesellschaftung keine Ahnung und mit der Kritik der Politischen Ökonomie nichts am Hut hat, den Markt jedoch als finstere Bedrohung empfindet, den zieht es zur “Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen” , zu attac. Da lässt es sich begrifflos nörgeln über die „Macht des Kapitals“ und man teilt mit anderen den moralisierenden und dirigistischen Blick auf den Weltmarkt.
Brüder im Geiste findet der Attac-Aktivist bei den zahlreichen Tauschringen und Regionalgeld-Initiativen. Diese sind inspiriert von Silvio Gesell, einem deutsch-argentinischen Kaufmann, dessen gegen den Zins gerichtete ökonomische „Theorie“ – der Proudhon´schen nicht unverwandt- schlichtweg auf Antisemitismus hinausläuft.

In Göttingen ist nun der Augusta Regional e.V. als „Verein für gerechteres Wirtschaften“ mit seinem Anliegen an die Öffentlichkeit getreten, ein mit Bezug auf die Georg-August-Universität „Augusta“ genanntes Regionalgeld in Umlauf zu bringen. Den irrlichternden Kleinbürgern geht es darum, „ein Zeichen [zu] setzen für Marktwirtschaft und gegen Kapitalismus, praktisch wie ideell“. Schließlich sei dieser durch „Profitgier“ gekennzeichnet, den Gesellianern indes geht es um die „regionalen kleinen und mittleren Unternehmen“. Und mit dem räuberischen Zins könnte es ein Ende haben, denn, so freut man sich, „anders als bei einer herkömmlichen Bank könnte es für den Verleihenden allerdings schwierig werden, Zinsen für die geliehenen Augusta zu verlangen“. Das Schwundgeld soll darüber hinaus zu einem „ausgeprägteren „Wir-Gefühl“ in der Region“ führen. Von der ostzonalen no go area lernen heißt siegen lernen.
Die Pläne der Gesellianer scheinen weit voran geschritten zu sein: nach eigenen Angaben haben mehr als „20 Unternehmen der Region“ ihre Kooperation zusagt,sodass die Augusta Anfang Oktober in Umlauf kommen soll.

Lektüre:
Peter Bierl: Schwundgeld, Menschenzucht und Antisemitismus
ders.: Urstromtaler und Co. Wie man mit »Schwundgeld« dem Kapital zuleibe rücken will
ders.: Völkisches Empfinden

Die Theorie Gesells ist absurd bis zur Lächerlichkeit. Aber ihre Vertreter ködern dümmere Linke mit Verweis auf die angeblich durch Zins und Zinseszins ausgepreßten Massen im Trikont oder knüpfen an das Alltagsverständnis der Menschen an. Sie verteilen Bierdeckel, auf denen zu lesen steht, daß Bier zu 30 Prozent aus Zinsen besteht – gemeint ist der Bierpreis. Rechnet man etwa vier Prozent Alkohol im Bier dazu, ist das schon ein Drittel.

Nadja Rakowitz: Religion des Vulgären – Silvio Gesells „Natürliche Wirtschaftsordnung“

Als Kritik am – als unnatürlich empfundenen – Wachstum in kapitalistischen Gesellschaften soll gemäß der Vorstellung von Silvio Gesell eine „Natürliche Wirtschaftsordnung“ geschaffen werden, die dadurch gekennzeichnet ist, daß das Geld wieder von seiner „unnatürlichen“Potenz, sich ohne Arbeit vermehren zu können, also Zinsen zu erzielen, befreit werden soll. Damit wäre auch, so die Hoffnung der Freiwirtschafter, die Marktwirtschaft vom Kapital befreit. Als Kapital erscheint ihnen aber nur das Geld – bzw. Finanzkapital.

Nach der Änderung der Verhältnisse durch Abschaffung des Wuchers und der „Schmarotzer“, die von ihm leben, soll also eine freie, „natürliche“ Wirtschaft eingerichtet werden, in der wieder „wirkliche“ Äquivalente getauscht werden. Die Verteilung des Arbeitsertrages soll sich dabei – wie bei Proudhon – nach wie vor nach den Gesetzen des Wettbewerbs vollziehen: Die Verteilung soll in Gesells Modell bei freier Berufswahl nach Maßgabe persönlicher Fähigkeiten durch Nachfrage und Angebot geschehen. Die „natürliche“ Wirtschaftsordnung“ weist also folgende Charakteristika auf: Äquivalententausch, Privateigentum an Produktionsmitteln, Warenproduktion, Lohnarbeit, Wettbewerb, Akkumulation und Konkurrenz. Von einer kapitalistischen Wirtschaft soll sie sich nur dadurch unterscheiden, daß sie „reine“ Marktwirtschaft sein soll und es in ihr kein Privateigentum an Grund und Boden und keinen Zins und keine Zinsnehmer geben soll.
Dies ist die utopische Vorstellung von Gesell und seinen Anhängern.

Emanzipation und „nichtmenschliche Tiere“

Zu den Essentials adoleszenter Subkulturen in den 90ern, insbesondere der sich als links verstehenden HC Szene, gehörte eine vegetarische oder besser noch vegane Ernährungsweise. Ich weiß nicht, ob sich dem immer so verhält. Die mir bekannten VeganerInnen erachten ihre Ernährungsweise als eine Privatangelegenheit, die man respektiert wissen möchte und die darüber hinaus nicht ins Gewicht fällt und mit der man dementsprechend niemanden belangt.
Am Wochenende fielen mir auf einer Demonstration zwei im Autonomen-Stil gekleidete Jugendliche auf, die mit Aufnähern und Buttons für die „Antispeziesistische Aktion“ warben. Die Geschmacklosigkeit, das eigene tierrechtliche Engagement mit Antifaschismus zu assoziieren, lässt erahnen, was mit dem antispeziesistischen Ticket nur allzu oft verbunden ist: die Verharmlosung des Faschismus und die Relativierung der Shoah. Indes wissen sich theoretisch versierte AntispeziesistInnen (wie beispielsweise die Tierrechtsaktion Nord, die mit Adorno im Gepäck und Moshe Zuckermann im Bunde gegen das Leid der Tiere streitet) von unsäglichen Kampagnen wie PETAs „Der Holocaust auf deinem Teller“ abzugrenzen. Eine Kritik des tierlieben Aktivismus sollte sich vielmehr mit dem antispeziesistischen Axiom, der Nivellierung des Unterschieds zwischen Mensch und Tier, befassen und die von der Bahamas in einem anderen Zusammenhang aufgeworfene Frage stellen: das antispeziesistische Bedürfnis- woher kommt es und was will es von der Welt?

Mit ihrer Forderung nach der Gleichsetzung von Mensch und Tier affirmieren die veganen Tierrechtler diesen Prozess der Selbstzerstörung von Aufklärung und Zivilisation.
Statt einer Auflösung des Menschen in der Natur das Wort zu reden, gilt es, an der Idee des Menschen, das heißt: der Unterscheidung von Mensch und Tier, festzuhalten
und die Aufklärung unter Reflexion auf ihre rückläufigen Momente zu vollenden. Nur so ist der „wahrhaft menschliche Zustand“,
den Adorno und Horkheimer nicht in der Renaturalisierung des Menschen, sondern der Versöhnung von Mensch und Natur, Vernunft und Natur bzw. Zivilisation und Natur benannt haben, zu denken. Möglicherweise werden die Menschen in diesem Zustand
auf den Genuss von Fleisch verzichten. Wenn sie das aber tatsächlich tun sollten, dann werden sie diese Entscheidung nicht treffen, weil Mensch und Tier gleich sind, sondern aufgrund des Gegenteils: Weil nämlich der Mensch aufgrund seines Unterschieds
zum Tier zu Vernunft und zu Emphase fähig ist – und damit auch zum Mitleid mit der geschundenen Kreatur.

Manfred Beier / Andreas Halberstädter: Ich ess´Blumen (bonjour tristesse 1+2)


Ein kenntnisreicher Beitrag über neonazistische Tierechtler aus dem Umfeld der Autonomen Nationalisten und deren historische Vorbilder findet sich bei redok
Zudem sei noch ein Vortrag über das regressive Bedürfnis deutscher Tierfreunde empfohlen

Was Lafo so liest

Richard Herzinger, außenpolitischer Redakteur bei der „Welt am Sonntag“, über den Wortführer der deutschen Linken:

Um seine anachronistischen Ideen unter das Volk zu bringen, zitiert Lafontaine gerne alle möglichen Autoritäten herbei. Er begnügt sich dabei freilich nicht mit Klassikern wie Rousseau oder Ikonen der sozialistischen Bewegung wie dem französischen Sozialistenführer Jean Jaurès, dessen Diktum vom Anfang des 20. Jahrhunderts, nach dem ‚der Kapitalismus den Krieg in sich trage wie die Wolke den Regen‘, er zitiert, als sei es ohne weiteres auf gegenwärtige Konflikte wie die im Irak und Afghanistan übertragbar. Als Kronzeugen für seine krude Imperialismustheorie benannte er in einem Artikel für die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ jüngst auch niemanden anders Oswald Spengler, den nationalkonservativen Theoretiker des „Untergangs des Abendlandes“. Schon 1933, so Lafontaine, habe der diagnostiziert, dass die Weltpolitik vom Kampf um Rohstoffquellen gekennzeichnet sei.

Woraus Lafontaine ohne Nennung der Quelle zitiert, ist die Schrift „Jahre der Entscheidung“, mit der Spengler auf die Machtergreifung Hitlers reagierte. Zwar distanzierte sich Spengler darin von der nationalsozialistischen Rassenideologie, die von Hitler ausgelöste „nationale Revolution“ begrüßte der eingefleischte Gegner der Weimarer Republik jedoch emphatisch. Der Zweck dieser Schrift war das genaue Gegenteil dessen, was der angebliche Kriegsgegner Lafontaine mit seiner aus dem historischen Zusammenhang gerissenen Zitierung suggeriert. Spengler wollte damit den Imperialismus keineswegs verurteilen, sondern begründen, warum Deutschland nunmehr mit allen Mitteln den ihm angeblich zustehenden Platz unter den imperialistischen Mächten erkämpfen müsse.

Dass Lafontaine sich in seiner rhetorischen Raserei gegen den westlichen „Kapitalismus“ auch ungeniert solcher faschistischer Quellen bedient, blieb in der Öffentlichkeit unkommentiert.

[source]

Das Narrenschiff

Heute mit dem „Göttinger Stadtinfo“ Goest, einem rustikal linken „nichtkommerziellen Online Magazin“, das sich kenntnisreich mit der Parole „fight agaist the krauts“ befasst.
In der Rubrik „neue Graffitis“ [sic] heißt es:

Es war der Schreiberin oder dem Schreiber der Zeilen vielleicht nicht bewußt, an welch passender Stelle der Spruch steht mit dem meist Engländer ihre Abneigung gegen Deutsche ausdrücken: „Fight against the Krauts“ (natürlich ebenso rassistisch wie z.B. Spaghettifresser oder ähnliches) aber hier passt es ziemlich gut, denn 88 ist für Nazis das Zeichen für „Heil Hitler“, weil der Buchstabe H der achte im Alphabet ist und somit HH als Abkürzung dient.

(Orthographie und Zeichensetzung im Original)