Archiv für August 2014

Schade um Schorsch

Schorsch Kameruns Verdienste als Sänger der „Zitronen“ und Hörspiel-Autor sind beachtlich. Man darf bedauern, dass auch er (wie einige Gestalten, von denen man es eh erwartet) den anti-israelischen „Brief Kulturschaffender in Deutschland“ unterzeichnet hat. Es passt ins Bild, dass diese Leute sich selbst im Nazi-Jargon als „Kulturschaffende“ bezeichnen (siehe:Sternbergers „Wörterbuch des Unmenschen“).
In einem Interview mit Dradio Kultur äußert sich Kamerun zurückhaltend, er ist kein rabiater Antizionist, sondern vielmehr bewegt von einer absurden Friedenssehnsucht, die eher nach Kirchentag als nach Politik klingt. Westerwelle wird für seine irgendwie pazifistische Außenpolitik gelobt, die amerikanischen Angriff auf ISIS findet Kamerun nicht okay und „Terroristen“ will er die Dschihadisten auch nicht nennen.
Punk ist nicht tot, er redet nur bisweilen wie Margot Käßmann.

Kultur und Barbarei

In einem offenen Brief „von Kulturschaffenden in Deutschland“ wird an die Regierung appelliert, doch endlich mal Druck auf Israel auszuüben, damit die Blockade Gazas gänzlich aufgehoben werde. Mit der Tatsache, dass dieser Schritt naturgemäß Raktennachschub für die Hamas hieße, befassen sich die Autoren so wenig wie mit der Herrschaft der Islamisten oder dem Beschuss Israels. Die israelische Opfer sind denn auch keine Zeile wert.
Zu den Unterzeichnern zählt neben dem Schlagerfuzzi der Linkspartei, Dieter Dehm, auch die Schrifstellerin Olga Grasjenowa und Elias Davidsson, der jüngst mit Antisemiten zu Ahmadinejad pilgerte und ansonsten der Wahrheit über 9/11 auf der Spur ist.
Wenn „schwerste Kriegsverbrechen“ im „größten Freiluftgefängnis der Welt“ verübt werden, dann dürfen „Kulturschaffende in Deutschland dazu nicht schweigen“.
Moralische Niedertracht und intellektuelle Erbärmlichkeit müssen hierzulande wohl in genau diesem Jargon zu Papier gebracht werden

gut gemeint

Heute ein Radio-Interview mit Frau Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung gehört. Auf die derzeitigen Gaza-Demos angesprochen, sagt sie durchaus vernünftige Dinge, nur meint sie mit Blick auf die Hamas, dass diese „sich das Mittelalter herbeiwünscht“.
Eine solche Behauptung ist eher dazu geeignet, die Islamisten zu harmlosen. Bei Leuten, die öffentlich „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ skandieren, sollte man nicht davon ausgehen, dass „das Mittelalter“ ihr historischer Referenzpunkt ist.