Uni Göttingen- Exzellent in Antisemitismus

Dem Antisemiten ist keine Verschwörungstheorie zu grotesk, nahezu jedes historische Ereignis lässt sich mit dem Verweis auf finstere jüdische Machenschaften erklären. Der Antizionismus als geopolitische Reproduktion des Antisemitismus (Grigat) verweist auf Israel als Drahtzieher weltumspannender Komplotte und den Mossad als im Verborgenen wirkende Kraft.
Besonders reizvoll wird es für den Antisemiten darzulegen, warum auch jüdische Opfer letztlich auf zionistische Machenschaften zurückzuführen seien- beispielsweise in der Wahnvorstellung, die Shoa sei als deutsch- zionistische Tat zu verstehen.
Nun hat sich der Göttinger Sporthistoriker Arnd Krüger an die Aufgabe gemacht, die Hintergründe des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft 1972 zu erhellen und stiess dabei auf die Blutspur des Mossad.
Der israelische Geheimdienst informierte die Sportler über den geplanten Angriff palästinensischer Terroristen, die elf Israelis starben, so Professor Krüger, um der israelischen Sache zu dienen.
Ein Einblick in die Wahnwelt des Göttinger Sporthistorikers findet sich im Deutschlandfunk

via MoG


4 Antworten auf „Uni Göttingen- Exzellent in Antisemitismus“


  1. 1 streifenstyle 28. Juni 2008 um 15:49 Uhr

    Spiegel online-

    Bestürzung über Thesen zum Olympia-Anschlag 1972

    Von Udo Ludwig

    Empörung über krude Thesen zum Anschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München: Die von Palästinensern umgebrachten israelischen Sportler seien freiwillig in den Tod gegangen, behauptet ein Göttinger Professor. Israel fordert ein Eingreifen der deutschen Politik und der Universität.

    Hamburg – Arnd Krüger, Direktor des sportwissenschaftlichen Institutes der Universität Göttingen, hatte bei einer Tagung deutscher Historiker am vorvergangenen Freitag die These aufgestellt, dass die bei den Olympischen Spielen 1972 von Palästinensern ermordeten israelischen Sportler von dem Anschlag gewusst hätten und damit freiwillig in den Tod gegangen wären, um Israel zu nützen.

    Krüger verband seine unbelegten Märtyrerthesen mit einem Hinweis auf das „unterschiedliche Körperverständnis“ in Israel und anderen Industrienationen: Israel versuche etwa „Leben mit Behinderungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern“. Zudem sei die Abtreibungsrate in Israel höher als in anderen westlichen Ländern.

    Ilan Mor, stellvertretender Botschafter Israels in Berlin, fordert ein scharfes Vorgehen der deutschen Politik und der Universität Göttingen gegen den Sportwissenschaftler. „Das ist eine der schlimmsten Formen der Dehumanisierung des Staates Israel“, sagt Mor, „und eine Form des neu aufflackernden Antisemitismus in Deutschland, verpackt als Israelkritik“.

    Teilnehmer der Tagung waren über so viel „dummes Zeug“ und „antijüdische Stereotype“ entsetzt, dass sie vom Präsidenten der Uni Göttingen Konsequenzen für Krüger forderten.

    Die Uni will aber abwarten, wie die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) reagiert. Deren Präsident Bernd Strauß hält Krügers Vortrag für einen „sehr ernsthaften Vorgang“. Der DVS-Vorstand wird sich in der kommenden Woche mit dem Fall befassen.

    Krüger bestätigte seine Thesen in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der Universität. In dem Schreiben besteht er zudem darauf, kein Antisemit zu sein.

    Am 4. September 1972 hatte ein palästinensisches Guerilla-Kommando das Männerhaus der israelischen Sportler im Olympischen Dorf überfallen. Die Verhandlungen über die Freilassung in Israel gefangener Palästinenser scheiterten. Die Geiselnahme endete als Massaker auf dem Flugplatz in Fürstenfeldbruck.

    Zwei israelische Trainer und neun Sportler, ein deutscher Polizist und fünf arabische Terroristen wurden beim Versuch der Polizei, die israelischen Geiseln gewaltsam zu befreien, getötet. Die Sicherheitsvorkehrungen und das Krisenmanagement wurden später als „ausgesprochener Dilettantismus“ bezeichnet.

  2. 2 Nichtzuvoreilig 29. Juni 2008 um 22:35 Uhr

    Deutscher Professor zu Münchner Massaker: Israelische Sportler haben sich freiwillig geopfert
    Ein deutscher Akademiker hat behauptet, es bestünde die Möglichkeit, dass die 11 israelischen Sportler, die während der Olympischen Spiele 1972 in München von palästinensischen Militanten niedergemetzelt wurden, zuvor von diesem Angriff gewusst, sich jedoch freiwillig geopfert hätten. Dies berichtete die deutsche Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ am Samstag…

    Von Assaf Uni, Ha’aretz, 28.06.2008
    Übersetzung von Daniela Marcus

    Während einer akademischen Konferenz, die letzte Woche stattfand, verglich Prof. Arnd Krüger vom sportwissenschaftlichen Institut der Universität Göttingen das Massaker an den Juden in Hebron im Jahr 1929 mit der Weigerung der Sportler, das Olympische Dorf zu verlassen, obwohl sie angeblich zuvor Kenntnis von dem Angriff gehabt hatten.

    Während der Olympischen Sommerspiele im Jahr 1972 hatte eine Gruppe der palästinensischen Fatah-Bewegung mit dem Namen „Schwarzer September“ ein Appartement des israelischen Teams besetzt und die darin untergebrachten israelischen Sportler als Geiseln genommen. Nach nervenaufreibenden Verhandlungen wurden die elf Sportler sowie ein deutscher Polizist und fünf der acht Täter bei einem misslungenen Rettungsversuch getötet.

    Die Website des „Spiegel“ sagte, Krüger habe die These aufgestellt, dass die Sportler „freiwillig in den Tod gegangen wären, um Israel zu nützen“.

    Krüger sagte gegenüber „Ha’aretz“, er erinnere sich nicht daran, solch eine Aussage gemacht zu haben. Er sagte, er habe nur versucht, unbeantwortete Fragen über das Massaker anzusprechen.

    Er sagte, er sei 1972 als Journalist in München gewesen und er erinnere sich daran, dass Israelis ihm gesagt hatten, ihrer Meinung nach sei die Sicherheit im Olympischen Dorf nicht gut genug. Die Möglichkeit, dass das israelische Team die Wahl getroffen habe, das Dorf nicht zu verlassen obwohl es sich des Risikos bewusst gewesen sei, müsse geäußert werden, sagte Krüger.

    Krüger blieb bei seiner Aussage, der Grund dafür, dass einige der Sportler nicht davonliefen als die Terroristen hereinkamen, liege im Selbstopferungs-Ideal des israelischen Ethos. Er sagte, er wundere sich darüber, wie es möglich gewesen sei, dass es Shaul Ladany, einem Geher, gelungen war zu entkommen und anderen nicht, wobei man auch nicht vergessen dürfe, dass Ladany weder ein Sprinter noch ein Weitspringer gewesen sei und außerdem eine Sehschwäche hatte.

    Krüger sagte, er habe versucht, seine Behauptungen durch soziologische Erklärungen zu stützen. Er sagte, Israelis hätten ein „unterschiedliches Körperverständnis“ und die Abtreibungsrate in Israel sei relativ hoch.

    Israelische Offizielle in Deutschland zeigten sich sehr verärgert über Krügers Bemerkungen. Ilan Mor von der israelischen Botschaft in Berlin sagte gegenüber dem „Spiegel“, er sehe darin einen erschreckenden Versuch, Israel zu entmenschlichen. Er forderte die Universitätsleitung auf, disziplinarisch gegen Krüger vorzugehen. Mor sagte, Krügers Bemerkungen seien ein Symptom des „grassierenden Antisemitismus in Deutschland, der sich oft hinter der Kritik an Israel verbirgt“.

    Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft nannte Krügers Bemerkungen „bedauerlich“ und sagte, der Vorstand werde nächste Woche zusammenkommen, um den Fall zu diskutieren.

  1. 1 Widerlicher Antisemitismus an der Uni Göttingen « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 30. Juni 2008 um 12:17 Uhr
  2. 2 girl and the sea « cosmojl Pingback am 11. März 2009 um 13:51 Uhr

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