Gegenwärtige Lektüre: „Deutschlandwunder“

Sammelband über „Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur“,
erschienen im Ventil Verlag, 256 S., für 14,90 EUR.
Mit Beiträgen von Antonia Schmid, Lars Quadfasel,Tobias Ebbrecht, Dietrich Kuhlbrodt u.a.

Die HerausgeberInnen veranstalten zudem im Mai in Bremen einen Kongress „über das Verhältnis von Nation und Generation in der kulturindustriellen Vergangenheitsbewältigung“

Neues deutsches Land: Wie in der Gegenwartskultur die deutsche Vergangenheit recycelt wird
. [gruppe kittkritik]
Dossier in Jungle World 39/2007


5 Antworten auf „Gegenwärtige Lektüre: „Deutschlandwunder““


  1. 1 frankreichmussbispolenreichen 26. Dezember 2007 um 21:01 Uhr

    War es bislang vornehmlich ausgewiesenen Nazis vorbehalten den »Kulturkampf« aufzunehmen, so entwickelt sich das popkulturelle Deutschland in den letzten jahren so rasant, dass ihnen Sönke Wortmann, Mia, Heppner und Co. im Streit um eine »nationale Identität« den Rang ablaufen. Im Schatten der großen Erfolge deutscher Popkultur konstatiert so beispielsweise das NPD-Hausblatt Deutsche Stimme, dass »von keinem nennenswerten Einfluss einer Neuen Rechten, oder der nationalen Opposition auf die Popkultur die Rede sein« könne. Stimmt, den braucht es auch nicht, denn deutsche Identität im kulturellen Gewand, das Besingen des kollektiven »Wir« ist über alle Sparten- und Szenegrenzen hinweg hip und erfährt bislang ungekannten Zulauf. In diese Realität hinein erscheint in diesem Herbst das Buch »Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur. Herrausgegeben wird es von der Gruppe kittkritik. Paul von Radio Corax sprach mit einem Vertreter.

  2. 2 Malerei 08. Februar 2008 um 14:04 Uhr

    Oh Mann das wollte ich mir Weihnachten auch selber schenken und konnte nicht weil dann das Geld dann für den Rest nicht gereicht hätte und jetzt hab ich schon wieder keins!
    Danke fürs dran Erinnern!

  3. 3 radek 18. März 2008 um 13:38 Uhr

    DEUTSCHLANDWUNDER– WUNSCH UND WAHN IN DER POSTNAZISTISCHEN KULTUR
    KONGRESS GEGEN DIE VERSÖHNUNG MIT DER DEUTSCHEN NATION
    9.-11.MAI 2008 IN BREMEN
    (KIOTO – LAGERHAUS, SCHILDSTR.12-19, 2. ETAGE – /INFOLADEN – ST.PAULISTR. 10-12 –)
    Die HerausgeberInnengruppe kittkritik (in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative
    Bremen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, mit finanzieller Unterstützung des Solidaritätsfonds
    der Hans-Böckler-Stiftung) lädt zu einem Kongress nach Bremen ein.
    Die AutorInnen des Sammelbandes „Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der
    postnazistischen Kultur“ (erschienen 2007 im ventil-Verlag) werden ihre hier formulierte Kritik
    deutscher ‚Vergangenheitsbewältigung’ anhand von Beispielen aus Filmen, Hör- und
    Computerspielen, Sport, Literatur und (Pop-)Musik darstellen und weiterentwickeln.
    Ausgangspunkt ist das aktuelle, sich seit 1990 neu formierende deutsche Nationalbewusstsein in
    seiner kulturindustriellen Darstellung: Neben die fortwährende Stilisierung der Deutschen als
    Opfer tritt momentan die Integration von Auschwitz in die medialen (Re-)Inszenierungen der
    deutschen Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem ‚Kitt’, in der die Nation zum kollektiven
    Objekt der Identifizierung wird. Die neue Unbefangenheit im Umgang mit der Geschichte, in der
    Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der eigenen Großeltern, der Wunsch, bei der
    Weltmeisterschaft auch einmal unbeschwert „schwarz-rot-geil“ zu sein, macht die dritte
    TäterInnengeneration zum Protagonisten des postnazistischen Nationalgefühls.
    Weitere Informationen unter: www.kittkritik.net.
    Anmeldung per Mail an: info@kittkritik.net
    ACHTUNG: frühzeitige Anmeldung aufgrund begrenzter TeilnehmerInnenzahl
    unbedingt empfohlen!
    Wer uns bei der Bewerbung unterstützen möchte, kann bei uns unter der oben genannten
    Mailadresse Flyer und Plakate bestellen!!!
    Teilnahmebeitrag: 15!/10!
    Kongressprogramm:
    Freitag, 09.05.
    18:00 – 22.00
    Eröffnungsvortrag von kittkritik
    Tobias Ebbrecht
    Die Liebe zum Bild– Nostalgie, Fetisch, Dialektik. Das Bild in der
    Erinnerungskultur
    Samstag, 10.05.
    10:00 – 12:00 Sonja Witte
    Am „Punkt, wo die Psychoanalyse abdankt“: Freuds Rätsel der Massenbildung
    12:15 – 13:45
    Lars Lippmann
    „Auftrag im Auge des Sturms“ – Das II.Weltkrieg-Strategiespiel Silent Storm
    Sonja Witte
    Das Wunder von Bern – Katharsis der Nation
    15:30 – 17:00
    Eric Peters & Dierck Wittenberg
    Stars Down to Earth – Über das Verhältnis von Pop, Nation und
    Künstlersubjekt in Zeiten neuen deutschen Selbstbewusstseins
    Lars Quadfasel
    Ein Traum von Postfaschismus – Die Deutschen und ihr Fußball
    17:15 – 18:45
    Magnus Klaue
    Die institutionalisierte Symbiose – Über den ‚deutsch-jüdischen Dialog‘ in der
    deutschsprachigen Literatur
    Till Harning
    Von einem der auszog Opfer zu werden – Fassbinders „Nachkriegsfilme“
    zwischen Kritik des Postfaschismus und Opferdiskurs
    20:00 – 21:30 Lars Quadfasel
    Fun auf Deutsch heißt Stahlbad – Thesen zu Kulturindustrie,
    Nationalsozialismus und Postfaschismus
    22:30 Film
    Herrenpartie (D/JUG 1964; Regie: Wolfgang Staudte)
    mit Einführungsvortrag von Tobias Ebbrecht
    [im CINEMA Ostertor]
    sowie: Party
    Sonntag, 11.05.
    10:00 – 11:30
    Sebastian Winter
    Arischer Antifaschismus – Geschlechterbilder als Medium der
    kulturindustriellen Bearbeitung der Erinnerung an den Nationalsozialismus am
    Beispiel der Filme Der Untergang, Sophie Scholl und Napola
    Tobias Ebbrecht
    Ablösungen: Wie die filmische Erzählung von Krieg und Nationalsozialismus die
    Bilder des Holocaust überlagert
    11:45 – 13:15
    Jean-Philip Baeck & Volker Beeck
    Mit Judo gegen Wodka Bruno, Miethai Zinse und Dr. Mubase. TKKG – ein
    postnazistischer Jugendkrimi
    Antonia Schmid
    Der „Feuersturm“ als Vollwaschprogramm – zur Universalisierung des Opfers
    im Fernseh-Zweiteiler Dresden
    14:15– 16:00 Abschlusspodium

  1. 1 deutschlandwunder in berlin « im*moment*vorbei Pingback am 03. April 2008 um 23:20 Uhr
  2. 2 Sonja ebbrecht | Ericjonphelps Pingback am 21. Februar 2013 um 7:25 Uhr
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