Archiv für Dezember 2007

Gegenwärtige Lektüre: „Deutschlandwunder“

Sammelband über „Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur“,
erschienen im Ventil Verlag, 256 S., für 14,90 EUR.
Mit Beiträgen von Antonia Schmid, Lars Quadfasel,Tobias Ebbrecht, Dietrich Kuhlbrodt u.a.

Die HerausgeberInnen veranstalten zudem im Mai in Bremen einen Kongress „über das Verhältnis von Nation und Generation in der kulturindustriellen Vergangenheitsbewältigung“

Neues deutsches Land: Wie in der Gegenwartskultur die deutsche Vergangenheit recycelt wird
. [gruppe kittkritik]
Dossier in Jungle World 39/2007

Casino- Kapitalismus


Was der Frankfurter Bourgeoisie der Opernball, das ist der Göttinger Linken der glamouröse Casino-Abend. Alljährlich kleiden sich Linksradikale nach der Mode der herrschenden Klasse und frönen dem Glücksspiel, erfreuen sich luxuriöser Pracht.
Am vergangenen Wochenende regte sich erstmals Widerstand gegen das dekadente Spektakel.

Zur Dokumentation: Flugblatt einiger Autonomer

AUCH DIE FETTEN SCHWEINE HOLT DER METZGER

Am 08.12. trifft sich mal wieder die selbsternannte Elite der linken Szene Göttingens zum sogenannten “Casino-Abend”. Im Klartext heisst das: hinter verschlossenen Türen und in edlem Ambiente mästen die Bonzenschweine ihre fetten Wänste mit teuren Cocktails, tanzen ausgelassen um das goldene Kalb des Luxus und verspielen ganz nebenbei Beträge, von denen das gemeine Volk nicht zu träumen wagt. Man braucht wohl kaum zu erwähnen, dass die meisten der dort versammelten Geldsäcke noch nie in ihrem Leben ernsthaft gearbeitet oder gar in die Sozialkassen eingezahlt haben. Im Gegenteil: zum größten Teil handelt es sich bei den feiernden Schmarotzern um “Studenten” also um die angehende Führungselite des Monopolkapitals und des protofaschistischen Staats.
Wir lassen uns nicht länger verarschen! Wir werden uns wehren und die Elite von ihrem goldenen Thron stürzen!
Schlagt die Bonzen wo ihr sie trefft!
“CASINO-ABEND” VERHINDERN!!! Mit allen nötigen Mitteln!

Videomitschnitt der Kundgebung

MoG: Angst und Schrecken beim Casinoabend im Kabale

Requiem

Der Südwesten der Bundesrepublik ist ein schauriges Gebiet, das man, so nur irgend möglich, meiden sollte: man begäbe sich ansonsten in Regionen, deren BewohnerInnen nicht nur wie Kurt Beck reden, sondern zumeist auch so aussehen. Rheinland- Pfalz ist zweifelsohne schlimm, das Saarland indes noch schlimmer. Obzwar ganz im Westen gelegen, dürfte es in der Rangliste der ostigsten Bundesländer einen vorderen Platz erlangen. Die Geschichte des Saarlandes: ein Trauerspiel. Jenes Ländchen sträubte sich nicht nur wie der Rest Deutschlands gegen die zivilisatorischen Errungenschaften, die aus dem revolutionären Frankreich kamen. Vielmehr stand man im Saarland auch im 20. Jahrhundert gleich zweimal unter französischem Einfluss und wollte nach jedem verlorenen Weltkrieg stur heim ins Reich.
Für Mosel und Saar, für Koblenz und Saarbrücken gilt: Provinz ist weniger eine geographische Kategorie als vielmehr ein state of mind. Auch die etwas größeren Städte in der Region verharren in trübsinniger Borniertheit, es ist ein Graus.
Es steht außer Frage, derartige Elendszonen haben kommunistische KritikerInnen gleichermaßen verdient und bitter nötig. Jedoch:

Die „linksradikale Initiative für ein französisches Trier“ aka Gruppe [lift] ist passé.

Unser Beitrag zu „30 Jahre deutscher Herbst“. Was die RAF kann, können wir schon lange: Auflösungserklärung
Vor fast 3 Jahren entstand in einer Gaststätte an der Mosel die Gruppe lif:t. Heute beenden wir dieses Projekt.


[lift] Die Globalisierungskritik als höchstes Stadium des Spektakels (Jungle World 16/2007)
[lift] Heiligendamm: eine komische Oper in mehreren Akten