Archiv für Oktober 2007

Sarah Silverman

Give the jew girl toys

„I hope the Jews did kill Christ…I‘d do it again. I‘d fucking do it again — in a second.“ – Sarah Silverman

Fetisch und Freiheit – Über die Bedingungen der Emanzipation

Auf Einladung des [a:ka] stellt Stefan Grigat am Montag sein neues Buch in Göttingen vor:

Freiheit im kommunistischen Sinne wäre die Freiheit der Menschen von Herrschaft und Ausbeutung; ihre Befreiung von Staat und Kapital. Mit seiner Forderung, alle Verhältnisse umzuwerfen, unter denen der Mensch ein erniedrigtes und geknechtetes Wesen ist, setzte Karl Marx diese Form der Freiheit vor über 150 Jahren auf die politische Tagesordnung – bis heute aber dauert die Herrschaft an; ihre Abschaffung ist von der Tagesordnung bis auf weiteres gestrichen.
Das Ergebnis ist eine paradoxe Welt: Obwohl alle Voraussetzungen vorhanden sind, die Gesellschaft nach den Maßgaben der Vernunft einzurichten, obwohl Hunger, Armut und Krieg lange der Vergangenheit angehören könnten, verharrt die Menschheit im kapitalistischen Status Quo und akzeptiert lieber Elend und Tod als ihre Selbstbefreiung überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Wider alle Evidenz erscheint den Menschen das Bestehende als das Bestmögliche, und der Gedanke, es könne auch ein Welt jenseits dieses Bestehenden geben, ist ihnen fremd geworden.
Warum aber ist das Mögliche, eine Welt ohne Herrschaft und Ausbeutung, ohne Nation und Religion, niemals wirklich geworden? Warum ist die Emanzipation gescheitert?
Der Publizist Stefan Grigat vom Café Critique aus Wien sucht die Gründe in dem falschen Schein, den der Kapitalismus fortwährend von sich selbst produziert – jene „Mystifikationen“, die Marx in seiner Fetischkritik analysiert. Das fetischisierte Bewusstsein kann die Gesellschaft nicht als den Zusammenhang von Menschen erkennen, den sie trotz allem darstellt, sondern sieht in ihr einen Zusammenhang von Sachen, dem die Menschen letztlich ausgeliefert seien. An die Stelle des Willens zur Emanzipation tritt der Antisemitismus; der Hass auf das vermeintliche Glück der Anderen ersetzt das Streben nach dem eigenen Glück.
Stefan Grigat geht in seinem Vortrag der Frage nach, wie diese Verkehrungen jeden Versuch einer umfassenden Emanzipation letztlich vereitelt haben. Die Kritik des (Waren- und Kapital-) Fetischs analysiert er dabei als notwendige Bedingung für die Befreiung; als Voraussetzung, ohne die Freiheit nicht zu haben ist. Die weitergehende Frage, ob die Emanzipation der Gattung von Herrschaft und Ausbeutung überhaupt noch wirklich werden kann, vermag die theoretische Kritik freilich nicht zu beantworten. Darüber kann nur gesellschaftliche Praxis Auskunft geben.


Stephan Grigat: Fetisch und Freiheit
Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus

396 Seiten, 22 Euro, erschienen bei ça ira

Terrortuch

Parole an einer Wand in der Göttinger Fußgängerzone:

Das Palituch als Symbol der Antimoderne entlarven-

Tausch dein Tuch gegen ein Buch