Deutsche Kinder, arische Erziehung

Andreas Molau gilt neben Jürgen Gansel als einer der führenden Intellektuellen der NPD. Molau erlangte 1993 an der Universität Göttingen sein Staatsexamen mit einer apologetischen Arbeit über den NS-Ideologen Alfred Rosenberg. In der Folge war er neben seinem publizistischen Engangement für rechte Postillen als Lehrer an der Braunschweiger Waldorfschule angestellt. Inzwischen ist Molau als wissenschaftlicher Mitarbeiter des NPD-Vorsitzenden Voigt tätig.
Heute berichtete das Göttinger Stadtradio:

Der Spitzenkandidat der rechtsextremen NPD bei der kommenden niedersächsischen Landtagswahl, Andreas Molau, will angeblich einen Bauernhof in Südniedersachsen kaufen.
Er bestätigte entsprechende Pläne auf Anfrage des StadtRadios. Medienberichten zufolge will Molau ein sogenanntes „Waldorflandschulheim“ einrichten, in dem Kinder und Jugendliche mit völkisch-nationalistischem Gedankengut geschult werden sollen. Molau war bis zum Bekanntwerden seiner NPD-Mitgliedschaft Lehrer an der Waldorfschule in Braunschweig; der Verband der Waldorfschulen hat sich mittlerweile dagegen verwehrt, dass Molau ihren Namen weiterhin verwenden will. Der NPD-Funktionär ist Mitglied im Bundesvorstand der Partei und war stellvertretender Chefredakteur des Parteiorgans „Deutsche Stimme“. Laut Verfassungsschutz gehört Molau zum intellektuellen Flügel der NPD und versucht, rassistische und antisemitische Inhalte hinter einer gehobenen Sprache zu verbergen. Außerdem strebt er eine Zusammenarbeit mit islamistischen Gruppen an und beteiligte sich als einziger Deutscher an dem antisemitischen Holocaust-Karikaturenwettbewerb in Teheran.

Molaus Karikatur für seine Teheraner Kameraden hätte, wen wunderts, durchaus in dieser Form als Statement zum Libanonkrieg gleichermaßen in der jungen welt, der Deutschen Stimme oder bei Muslim-Markt erscheinen können.


4 Antworten auf „Deutsche Kinder, arische Erziehung“


  1. 1 subwave 09. August 2007 um 23:15 Uhr

    ui, was für eine langweilige karikatur. und ja, schon alleine auf grund des schlechten geschmackes, der ja jw, mm und auch der ds eigen ist, hätte diese karikatur in jeder dieser drei publikationsplattformen erscheinen können…

  2. 2 streifenstyle 09. August 2007 um 23:31 Uhr

    ja mies ist die karikatur in jeder hinsicht.
    grundsätzlich zu molaus ambitionen: erstmal abwarten, wie ernst das gemeint ist. und: je näher an Göttingen, um so mehr Gegenwind ist für den Waldorf-Pädagogen zu erwarten. Die sympathische Kleinstadt an der Leine hat ihrerseits ja schon einige Erfahrung mit Nazi-Zentren in der Region.

  3. 3 weltkritik 15. August 2007 um 23:51 Uhr

    Schön, Streifi, dass Du im Zusammenhang mit Molau auf Muslim-Markt kommst. Folgendes Gespräch beweist: Nationale Sozialisten haben Respekt untereinander, ob sie nun an Allah glauben oder an Rudolf Steiner:

    http://www.muslim-markt.de/interview/2006/molau.htm

    Grüße

    Le Weltkritik

  4. 4 streifenstyle 16. August 2007 um 1:17 Uhr

    monsieur le Weltkritik, das beruhte keineswegs auf freier Assoziation, sondern war selbstredend der Recherche zu Herrn Molau geschuldet.
    aber: schön, dass du auf den Link verweist, denn das Interview hat wahrlich so manches Schmankerl zu bieten:

    Wenn ich es boshaft und auch selbstkritisch sagen darf, etwas »mehr Kopftuch«, als Frage einer züchtigen Kleiderordnung, stünde manch deutschem Mädel schon gut zu Gesicht. Allein das Begriff „züchtig“ gilt ja bereits als unfein in einer Gesellschaft, die bereits kleine Mädchen zu sexuellen Begierdeobjekten ausstaffiert.
    Das ist nahezu identisch mit Elsässers Warnung vor der „Vernuttung“ der doitschen Jugend. Es ist ein Graus.

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